Deine Katze ist bisher alleiniger Herrscher deines Sofas und du überlegst, ihr einen Spielgefährten anzuschaffen? Eine zweite Katze aufzunehmen kann für deine erste Katze und für dich selbst bereichernd sein, aber es erfordert auch etwas Vorbereitung und Geduld. Wenn es dumm läuft, kann es sogar sein, dass dein Stubentiger wenig Begeisterung für den Neuankömmling übrig hat. Doch das ist ganz normal, denn Katzen sind Gewohnheitstiere und mögen Veränderungen in der Regel nicht besonders. Dennoch kannst du einiges tun, damit am Ende einem harmonischen Zusammenleben nichts im Weg steht.
Hier sind die wichtigsten Dinge, die du beachten solltest:
1. Charakter und Alter der Katzen
- Kompatible Persönlichkeiten: Hast du dich schon einmal auf Anhieb mit jemandem einfach richtig gut verstanden, weil ihr viele Gemeinsamkeiten hattet? Bei Katzen ist es ähnlich. Achte bei der Auswahl der neuen Katze darauf, dass sie gut zu deiner Erstkatze passt. Ähnliche Bedürfnisse sind entscheidend. Katzen haben unterschiedliche Charaktere – einige sind eher dominant, andere zurückhaltend. Wähle eine zweite Katze, die vom Charakter her gut zu deiner ersten passt. Eine sehr dominante Katze könnte sich nicht gut mit einer zurückhaltenden oder scheuen Katze verstehen.
- Alter und Aktivitätslevel: Eine junge, verspielte Katze kann eine ältere, ruhigere Katze stressen. Es ist ideal, wenn die Katzen etwa das gleiche Alter und ähnliche Energielevel haben. Eine ältere Katze hat oft Schwierigkeiten, sich mit einem energiegeladenen Kitten anzufreunden.
2. Gesundheitliche Vorsorge
- Tierarztcheck: Die neue Katze sollte vorab gründlich untersucht werden. Achte darauf, dass sie frei von Parasiten ist und alle nötigen Impfungen hat. Bei einer Katze aus dem Tierheim ist das i. d. R. bereits geschehen.
- Quarantänezeit: Um sicherzustellen, dass keine Krankheiten eingeschleppt werden, solltest du die neue Katze zunächst für ein paar Tage separat halten und beobachten.
3. Separate Ressourcen zur Verfügung stellen
- Futter- und Wassernäpfe: Jede Katze braucht ihre eigenen Fress- und Trinkplätze.
- Katzentoiletten: Es empfiehlt sich, mindestens eine Katzentoilette pro Katze aufzustellen. Das hilft, Konflikte zu vermeiden.
- Kratz- und Rückzugsorte: Katzen brauchen eigene Rückzugsorte. Stelle mehrere Kratzbäume und Kuschelplätze bereit, damit beide Katzen ihren „eigenen“ Raum haben.
4. Langsame Eingewöhnung
- Trennung in den ersten Tagen: Halte die neue Katze in einem separaten Raum, bis sie sich an die Umgebung gewöhnt hat. Die Katzen können sich so durch die Tür beschnuppern und sich allmählich an den Geruch des anderen gewöhnen. Auch ein Babygitter oder eine andere Trennvorrichtung an der Tür ist denkbar, um die Katzen räumlich zu trennen.
- Geruchsaustausch: Du kannst Decken oder Spielzeuge zwischen beiden Katzen austauschen, damit sie sich an den Geruch des anderen gewöhnen.
- Beobachtung: Eine Zusammenführung sollte immer in kleinen Schritten erfolgen. Setze die beiden niemals einfach zusammen, in der Hoffnung, sie könnten die Dinge schon von selbst regeln. Beobachte beide Katzen genau, wenn du sie das erste Mal zusammenführst. Es kann zu anfänglichem Fauchen oder Knurren kommen, das ist normal. Gib ihnen Zeit und greife nur ein, wenn es wirklich zu Auseinandersetzungen kommt. In diesem Fall sollten sie (auch visuell) wieder von einander getrennt werden. Sobald die Begegnungen ruhiger verlaufen, kann die räumliche Trennung schrittweise aufgehoben werden.
5. Geduld und Zeit
- Eingewöhnungsphase: Einige Katzen verstehen sich von Anfang an, andere brauchen Wochen oder sogar Monate, um sich aneinander zu gewöhnen. Lass ihnen Zeit, sich an die neue Situation anzupassen, und versuche nicht, sie zu etwas zu zwingen.
- Positive Assoziationen schaffen: Belohne beide Katzen mit Leckerli, wenn sie in der Nähe der anderen sind und sich ruhig verhalten. So lernen sie, dass die Anwesenheit des anderen positiv ist.
6. Körperliche und mentale Beschäftigung
- Spiele und Interaktion: Katzen, die ausgelastet und beschäftigt sind, haben weniger Konflikte miteinander. Spiele regelmäßig mit beiden und sorge dafür, dass sie auch einzeln Aufmerksamkeit und Beschäftigung bekommen.
- Futterspiele und Intelligenzspielzeuge: Gemeinsame, aber auch individuelle Beschäftigungsmöglichkeiten können helfen, den Jagdtrieb und die Neugierde der Katzen zu befriedigen und Stress zu reduzieren.
7. Anzeichen von Stress oder Überforderung
- Beobachte, ob eine Katze sich zurückzieht, faucht, knurrt oder ungewöhnlich aggressiv oder ängstlich ist. Solche Anzeichen bedeuten, dass du langsamer vorgehen solltest. Hole dir im Zweifelsfall Rat vom Tierarzt oder im Tierheim.
Wenn sich Katzen nach einigen Wochen miteinander spielen oder sich sogar gegenseitig mit der Nase kleine Stupser geben, habt ihr es geschafft! Das ist der Beweis für eine erfolgreiche Eingewöhnungsphase.