Was tun, wenn die Katze entläuft


 

Vorsorge

Für jeden Tierhalter sollte Vorsorge selbstverständlich sein. Vor Einzug der Katze sollte schon feststehen, ob sie als Wohnungskatze leben soll oder ob sie Freigang haben darf.
Vorsorge ist nicht, dass das Tier unkontrollierten Freigang bekommt und somit ungehindert streunen darf. Kontrollierten Freigang können Sie gewähren, indem Sie Ihr Grundstück ausbruchsicher eingezäunt haben, so dass die Katze nicht entwischen kann. Planungen, Material und Tipps gibt es im einschlägigen Fachhandel.
Vorsorge treffen sollten Sie auch bei reiner Wohnungshaltung: Balkone müssen durch Netze gesichert werden, damit die Katze nicht hinunter springt oder gar fällt. Fenster, die Sie regelmäßig zum Lüften öffnen, sollten Sie genauso sichern. Auch Fenster, die gekippt werden sollen müssen unbedingt gesichert werden. Ihre Katze kann beim Versuch, durch das geöffnete Kippfenster zu klettern schwerste Verletzungen erleiden oder sogar einen qualvollen Tod sterben. Geeignete Fenstersicherungen sind im einschlägigen Fachhandel erhältlich.
Lassen Sie Ihre Katze in der Silvesternacht nicht nach draußen.
Im Zuge von Altkleider- und Schuhsammlungen gab es in der Vergangenheit immer wieder vermehrt Vermisstenmeldungen über Katzen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Katze zu solch einem Zeitpunkt keinen unbeaufsichtigten Freigang bekommt. So vermeiden Sie, dass der Vierbeiner sich in einem der Sammelkörbe versteckt und womöglich unbemerkt mitgenommen wird.
Machen Sie Fotos von Ihrer Mieze. Auffällige Abzeichen oder besondere Merkmale sollten sehr gut zu erkennen sein oder extra im Bild festgehalten werden. 
Die Katze sollte mittels Chip oder Tätowierung gekennzeichnet werden. Das erhöht bei eventuellem Verlust enorm die Chance, sie wieder zu finden. Bei einer Tätowierung kann in der Regel jeder Bürger erkennen, dass das Tier einen Besitzer hat. Registrieren Sie die Katze nach der Kennzeichnung bei einem der Tiersuchdienste (Adressen siehe unten). Das ist kostenlos und bei Verschwinden der Katze werden Sie bei der Suche unterstützt.

Maßnahmen

Ist Ihre Katze entwischt oder verschwunden, sollten Sie folgendes tun: Suchen Sie als erstes in den eigenen Räumlichkeiten. Nicht selten passiert es, dass eine Katze in nicht oft genutzte Räume schlüpft und versehentlich eingesperrt wird. Kontrollieren Sie auch Schränke, Waschmaschine und Trockner. Dann suchen Sie leer stehende Häuser, Schuppen, Scheunen oder Gartenhäuser in der nächsten Umgebung ab. Befragen Sie Ihre Nachbarn und erbitten, dort in Keller, Garage oder Gartenhaus selber nachsehen zu dürfen. Viele Tiere sind Fremden gegenüber ängstlich; sie kommen dann nicht auf Rufen, sondern ziehen sich noch mehr im Versteck zurück. Generell sollten sich nur der Katze sehr vertraute Personen und Stimmen an der Suche beteiligen. Mehrere Familienmitglieder sollten nicht zusammen, sondern getrennt suchen, um das Tier mit Stimmengewirr nicht noch mehr zu verunsichern.
Suchen Sie Straßengräben und die Gebüsche neben den Straßen ab. Im Falle, dass Ihre Katze angefahren wurde, kann sie sich dort versteckt haben.
 Befragen Sie, möglichst mit Foto, alle Personen, die sich in der Region auskennen: andere Katzenbesitzer, Hundeausführer, Zeitungsausträger, Briefträger und Müllmänner. Fragen Sie bei Ordnungsamt, Feuerwehr und Polizei an, ob ein Tier nach Ihrer Beschreibung aufgefunden oder gebracht wurde.
Melden Sie das Verschwinden Ihrer Katze beim Tierschutzverein und suchen Sie im Tierheim. Überzeugen Sie sich dort vor Ort selbst davon, ob Ihr Tier eventuell abgegeben wurde. Das ist effektiver für Sie und die Mitarbeiter des Tierheims, als ein Anruf mit Beschreibung des Tieres. Geben Sie ein Foto der vermissten Katze im Tierheim ab und gehen Sie mindestens 1 x wöchentlich dorthin. Wenn Sie einen Besuch zu den Öffnungszeiten nicht einrichten können, vereinbaren Sie telefonisch einen Besuchstermin. Aus Erfahrung haben die Tierheim-Mitarbeiter volles Verständnis für Ihre Sorge und werden Ihnen bestimmt mit einem Termin entgegenkommen.
Fertigen Sie Suchmeldungen an mit Foto und sehr genauer Beschreibung der Katze, damit auch Nicht-Katzenkenner das Tier erkennen können. Unter einer hervorstechenden Überschrift sollten folgende Angaben gemacht werden:
Wann und wo entlaufen, Rasse, Name, Alter, Geschlecht, welches Halsband, wenn vorhanden, Aussehen: Größe, Farbe, Fellbeschaffenheit, besondere Merkmale wie Narbe(n) oder Behinderung, ganz besondere oder auffällige Abzeichen, Tätowierung und/oder Chip vorhanden – ja oder nein (nicht die Nummer(n) angeben, wenn die Katze nicht im Zentralregister gemeldet ist!).
Nennen Sie eine Telefonnummer, unter der Sie jederzeit erreichbar sind. Sie können auch eine Belohnung aussetzen. Aber zum Schutz vor skrupellosen Menschen, die es leider auch gibt, setzen Sie bitte keinen genauen Betrag ein.
Diese Suchmeldungen hängen Sie weiträumig (auch Stadtteile oder Nachbargemeinden) an vielen öffentlichen Plätzen aus, wie z.B. Supermärkte, Bushaltestellen, Schulen, Stromkästen, Bäume, Laternenmasten, Bäckereien, Apotheken, Post. Geben Sie ein solches Plakat auch bei den Tierärzten in der Umgebung und im Tierheim ab. Informieren Sie den oder die Tiersuchdienste, bei denen Ihre Katze registriert ist. Diese Organisation(en) ist/sind deutschlandweit bei der Suche behilflich. Machen Sie diese Suchmeldungen wieder rückgängig, wenn Ihr Tier gefunden wurde oder Sie wissen, was mit ihm geschehen ist.
Inserieren Sie in der Tageszeitung und sehen Sie selbst die Fundanzeigen in Zeitungen und im Internet durch. Suchen Sie parallel weiterhin selbst; vorzugsweise in den frühen Morgen- und späten Abendstunden. Zu diesen Zeiten fallen die lauten Tages- und Verkehrsgeräusche weg, so dass die Katze Ihr Rufen besser hört. Auch Sie selber nehmen zu diesen Zeiten ein eventuell klägliches Maunzen sehr viel besser wahr. Machen Sie zusätzlich zum Rufen ein der Katze bekanntes Geräusch, z.B. klappern mit Leckerchen oder Trockenfutter in einer Schachtel. Falls Ihre Katze verschreckt oder gar verletzt ist, wird sie nicht sofort angelaufen kommen. Gestalten Sie Ihre Suche daher langsam und vorsichtig und nicht im Laufschritt. Bleiben sie länger am gleichen Ort und achten Sie auf leise Geräusche wie das Rascheln in einem Gebüsch oder auf einem Baum.
Fragen Sie nach Futterplätzen für freilebende Katzen und suchen Sie dort immer wieder. Diese Stellen werden sehr häufig zum Anziehungspunkt für entlaufene Hauskatzen.  

 

Kontaktadressen von kostenlosen Tierregistern

TASSO e.V.
Haustierzentralregister für die Bundesrepublik Deutschland
Frankfurter Str. 20
65795 Hattersheim

TASSO-Notruf-Zentrale (täglich 24 Stunden erreichbar)
Tel. (0 61 09) 93 22 14
Fax  (0 61 90) 59 67
Internet: www.tiernotruf.org
E-Mail: tasso@notruf.org  

Deutsches Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes
Baumschulallee 15
53115 Bonn
24-Stunden-Service:
Tel.  (0 18 05) 23 14 14  (0,12 Euro pro Minute)
Fax   (02 28) 6 04 96 40
Internet: www.tierschutzbund.de/service/

LUPO-Tiersuchregister
Bürgermeister-Haide-Str. 38
86473 Ziemetshausen
Tel.: 01805/ 84 3744
Fax: 08284/ 99 86 20
Internet : www.lupo@aktiontier.org
E-Mail: lupo@aktiontier.org

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