Katzengesundheit


 

Warum sollten Katzen kastriert werden?

Der Glaube, jede Katze müsse einmal im Leben Mutter werden, ist völlig aus der Luft gegriffen und medizinisch nicht haltbar.
Er hat in der Katzengeschichte viel Leid verursacht: jede Menge Streuner, ausgesetzte, vergiftete, ertränkte Jungtiere, grassierende Seuchen und überfüllte Tierheime. 
Das alles ließe sich vermeiden, wenn jeder Halter an die Nachwuchskontrolle denken würde. Es gibt gewiss nichts Süßeres als kleine Kätzchen. Fast nichts ist rührender anzusehen wie die Katzenmutter im Umgang mit ihren Kleinen.
Aber Sie sollten bedenken, dass kein Haushalt einen vollen Katzenwurf verkraften kann. Bei gewünschten Katzenkindern müssen Sie eine große Verantwortung übernehmen und auch daran denken, dass es Komplikationen geben kann: 
1: Bei der Geburt können Komplikationen auftreten 
2: Die Katzenkinder müssen entwurmt, geimpft und tierärztlich versorgt werden 
3: Sind Sie sicher, dass Sie für jedes Kleine einen guten Platz finden würden? 
4: Könnten Sie notfalls ein oder zwei Katzen zusätzlich versorgen? Fast zehn Prozent der Katzen werden während der Trächtigkeit wieder rollig und liebesbereit. Sie könnten dann nochmals aufnehmen und zweimal hintereinander Junge bekommen. Wissenschaftlich nennt man das Superfetation. Auch während die Katze noch ihre Jungen säugt, kann sie wieder rollig werden.
Sie sehen also, dass es keine bestimmten Termine (z. B. nur zu bestimmten Jahreszeiten) gibt, auf die man sich verlassen könnte.  Um einer explosionsartigen Multiplikation vorzubeugen, muss rasch etwas unternommen werden. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, das Problem der unerwünschten Fruchtbarkeit zu lösen.

Aus der Sicht des Tierschützers rate ich Ihnen zur einzig sinnvollen Möglichkeit: der Kastration. Dank der ausgefeilten Operationstechnik ist die Kastration heute schon ein Routineeingriff geworden. Bei jungen Katzen ist es günstig, den Eingriff nach der Geschlechtsreife ( ca. ab dem 6. oder 7. Lebensmonat ) vornehmen zu lassen. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Tierarzt beraten, wann der günstigste Zeitpunkt für so eine Operation ist.

Bedenken Sie bitte auch, dass die Herumtreiberei während der Rolligkeit gefährlich werden kann: Autos und Jäger bedrohen das Leben der Katze. Und nicht nur das Leben der Katze, sondern auch das des Katers. Irgendwann werden nämlich die nächtlichen Ausflüge eines kleinen Katers ernst. Sie bemerken es an eventuellen Wunden, die er plötzlich hat; dann können Sie es riechen.
Er beginnt damit, sein Heim zu markieren. Andere sollen wissen, dass das hier sein Revier ist; deshalb werden alle für ihn wichtigen Punkte mit Katerurin bespritzt. Den Kater können Sie dann nicht mehr einsperren. Das gäbe nur Verhaltensstörungen beim Tier und beim Menschen eine nervliche Zerreißprobe. Beides können Sie also nicht dulden: die Markierung Ihres Heims und die unendlichen Streifzüge Ihres Tieres. Und denken Sie bitte an die unkontrollierbare Population. Ich mag gar nicht anfangen auszurechnen, wieviel Weibchen ein Kater in einem Jahr befruchten kann. 

Als verantwortungsvoller Kater-Besitzer werden Sie also zum richtigen Zeitpunkt Ihr Tier kastrieren lassen. Keine Bange: Ihr kastrierter Kater wird nicht träge. Er wird nur seine nächtlichen Wanderungen verkürzen. Dafür wird er tagsüber aktiver sein. Die meisten kastrierten Kater schließen sich enger an ihren Menschen an und werden richtige Freunde. Die Kastration - egal ob bei Katze oder Kater - ist nicht schuld daran, wenn das Tier dick wird. Jedes Tier wird nämlich bei falscher Fütterung dick. Bei einer ausgewogenen Ernährung bleibt Ihr Kater auch nach der Kastration schlank. 

Die Katze

Die gesunde Katze hat ein glänzendes, glattes Fell. Wenn man es im Nacken leicht hochzieht und dann loslässt, muss es sich nach ein paar Sekunden wieder fest anlegen.
Die gesunde Katze hat klare Augen, eine saubere Nase, atmet fast geräuschlos und hat eine rosa Mundschleimhaut. Die normale Körpertemperatur liegt zwischen 38° und 39° C.

Da Katzen nicht klagen, muss man sie genau beobachten. Erste Anzeichen für Unwohlsein oder Krankheit können sein: längere Appetitlosigkeit, ständiges Erbrechen des Futters, Ausfluss aus Nase oder Augen, starker Mundgeruch, ständiges auf dem Po rutschen. Auch Katzen, die sich übermäßig häufig kratzen, aufgestelltes Fell oder Haarausfall mit offenen Hautstellen haben, sollten zum Arzt gebracht werden. 

Der eigene Beitrag zur Gesundheit der Katze

Da Katzen sehr saubere Tiere sind, ist die Hygiene sehr wichtig. Die tägliche Reinigung der Katzentoilette und des Fress- und Wassernapfes ist daher eine Selbstverständlichkeit.
Die Katze sollte artgerecht und ausgewogen ernährt werden. Essensreste vom Menschen sind nicht geeignet, da sie auf Dauer Mangelerscheinungen hervorrufen. Die auf dem Markt angebotenen Fertigfutter sind genau auf die Bedürfnisse der Katze abgestimmt. 
Ganz wichtig zur Vorbeugung von Krankheiten sind regelmäßige Impfungen, insbesondere für Freiläufer. Die Grundimmunisierung erfolgt ca. ab der 8. Lebenswoche. Die wichtigsten Impfungen sind gegen: Katzenleukose 
Katzenschnupfen 
Katzenseuche 
Tollwut 

Spätestens nach der 12. Lebenswoche sollten kleine Kätzchen das erste Mal entwurmt werden. Später ist die regelmäßige Entwurmung bei Freigängern besonders wichtig. 
Um sich gut zu entwickeln und gesund zu bleiben, braucht die Katze nicht zuletzt genügend Freiraum für Bewegung und Spiel. 
Von Vorteil ist eine kleine Hausapotheke für die Katze, in der man die wichtigsten Erste-Hilfe-Präparate kühl lagert. Darin sollten enthalten sein: Verbandszeug, Pflaster, Schere, blutstillende Watte, Kamillentee, Zeckenzange und einige verschieden dicke Einwegspritzen. Wegen der begrenzten Haltbarkeit werden Medikamente nur bei Bedarf gekauft. Für den Menschen gedachte Medikamente (z.B. Aspirin) dürfen  n i c h t verabreicht werden, weil sie bei Katzen tödliche Wirkung haben.

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